Adware

Seriös oder unerwünscht? Werbefinanzierte Software

Adware, die Verknüpfung von Werbung (englisch advertising) mit Gratis-Software, leidet unter einem negativen Image. Das mag daran liegen, dass die Grenzen zu auf den Rechner geschleuster Spyware (Spionage- oder Schnüffelprogramme) fließend sind. Viele Verhaltensweisen sind ähnlich oder gleich. Grundsätzlich ist werbefinanzierte Software aber ein seriöses und verbreitetes Geschäftsmodell, das in anderen Branchen Analogien findet.

Öffentlich-rechtliche Sender oder Privatfernsehen

Virenscanner

Bei RTL, Sat1, ProSieben & Co. werden Ihnen im abendlichen Unterhaltungsprogramm praktische Werbepausen angeboten. Sie können Getränke nachschenken oder die Schüssel mit den Kartoffelchips auffüllen. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern wie ARD und ZDF müssen Sie dagegen durchhalten, auch wenn die Blase drückt. Ansonsten verpassen Sie beim „Tatort“ den entscheidenden Hinweis zur Lösung des Falls. So haben Sie es noch nie betrachtet? Sie sind von den Unterbrechungen der Privatsender genervt? Das Beispiel zeigt aber, dass man werbefinanzierte Leistungen durchaus unterschiedlich werten kann. Viele Menschen ärgern sich über den Rundfunkbeitrag und würden lieber Werbung in Kauf nehmen, andere abonnieren Pay-TV, um Filme ohne Zwangspause genießen zu können. Nicht anders ist es bei der Software. Entweder wird die Lizenz bezahlt, oder es gibt Werbung, die dem Programmierer ein Einkommen aus seiner Arbeit erlaubt. Klingt fair, oder?

Adware
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Neben der seriösen Form der Adware gibt es auch Schadprogramme,

Erweiterte Funktionen nur gegen Geld

Adware, also werbefinanzierte Software, ist oft auch in einer werbefreien Version erhältlich, die zusätzlich einen erweiterten Funktionsumfang bietet. Die Möglichkeit zur Aktivierung einer uneingeschränkten Vollversion ist meist in einem Menüpunkt des Programms enthalten, oder sie erfolgt über die Internet-Präsenz des Programmierers. Wer die Software nur selten nutzt und deshalb mit Werbung und teilweise eingeschränkten Optionen leben kann, erhält das Programm gratis. Wer häufig und deshalb lieber ungestört damit arbeitet, zahlt, erhält dafür einen Registrierungsschlüssel und ist ab sofort von Werbung befreit.

Malware und Adware

Neben dieser seriösen Form der Adware gibt es aber auch Schadprogramme, sogenannte Malware, die nicht ganz zutreffend ebenfalls als Adware bezeichnet wird. Das Wort Malware leitet sich vom englischen malicious, bösartig, ab, und beschreibt recht gut, was diese Software anrichtet. Malware ist der Oberbegriff für alle Programme, die ohne Zustimmung des Nutzers unerwünschte, oft sogar schädliche Funktionen ausführen. Die eingangs erwähnte Spyware gehört zu dieser Gruppe. Sie verändert zum Beispiel die Startseite des Internet-Browsers, die Standard-Suchmaschine und die gespeicherten Favoriten, um den Nutzer gezielt auf bestimmte – unseriöse – Angebote zu leiten. Unerwünscht Popup-Fenster gehören ebenfalls zum Repertoire der Spyware. Sie wird von Virenschutzprogrammen in der Regel erkannt und sollte schnellstmöglich entfernt werden. Popups sind vielleicht nur lästig, aber ein Ausspionieren von Zugangsdaten beispielsweise beim Online-Banking und beim Besuch von Webshops kann zu erheblichen finanziellen Schäden führen.

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